Cafe Sarah Aussen

Dezernat Zuwanderung und Integration

Die Krefelder Ausländerbehörde: bevorstehender Reformationsprozess oder alter Wein in neuen Schläuchen?
Wann wird Krefelds Problembehörde endlich zu einer Servicezentrale für Flüchtlinge und ausländische Mitbürger? Seit Jahrzehnten hat das Krefelder Amt einen denkbar schlechten Ruf – und es wurde auch trotz vermehrt anfallender Kritik nicht besser.

Nun soll sie nach Angaben des Oberbürgermeisters in ein Dezernat Zuwanderung und Integration eingebettet und ihr Selbstverständnis damit auch geändert werden. Das Angebot soll damit verbessert und das Jobcenter, Wohlfahrtsverbände und Beratungsstellen sollen mehr als bisher in die Entscheidungen und Beratungen einbezogen werden.

Doch der rigide Umgang mit einigen sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (man erinnere sich unter anderem an Handknochenuntersuchungen zur Feststellung des Alters noch vor wenigen Wochen) bewirken erneut Skepsis und lassen neues Misstrauen über die Ernsthaftigkeit des Reformprozesses aufkommen.

Zudem wurde seitens des Oberbürgermeisters den Initiativen und Verbänden kein weiteres Informations- und Abstimmungsgespräch angeboten. Ein nur verwaltungsintern vorangetriebener Reformprozess dieser Problembehörde ohne die vom Oberbürgermeister im Wahlkampf versprochene Beteiligung der Zivilgesellschaft ist dann wohl lediglich alter Wein in neuen Schläuchen.

 

Traumatisierte Flüchtlinge

Bilder von aus Trümmern zerbombter Häuser geretteten Menschen, aus Seenot auf dem Mittelmeer geborgenen Flüchtlingen und andere Bedrohungsszenarien erreichen uns täglich über die Medien.
Menschen, die hier bei uns als Geflüchtete ankommen, haben oft schreckliches erlebt. Häufig haben sie Todesangst gehabt, sind nur knapp mit dem Leben davon gekommen.
Spätestens mit den 90er Jahren wissen wir, dass diese Ereignisse Spuren in der menschlichen Psyche hinterlassen können, die zu einem Krankheitsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zusammengefasst werden.
In Fachkreisen geht man von einer Erkrankungshäufigkeit von 40-60 % bei Kriegsverletzten und Folteropfern aus.

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Vorrangprüfung ist abgeschafft

Das ist neu und erfreulich: Die sog. Vorrangprüfung ist in Krefeld seit Anfang August 2016 abgeschafft! Das heißt: Flüchtlinge mit Wohnsitz in Krefeld können ab sofort nach anfänglichem Arbeitsverbot von drei Monaten nach der Einreise eine Arbeit aufnehmen! Die sog. Vorrangprüfung, die eine Arbeitsaufnahme in den ersten 15 Monaten in Deutschland untersagte, wenn ein Deutscher oder ein EU-Ausländer für diese Stelle in Frage kam, ist für die nächsten 3 Jahre abgeschafft. Kurios: In Städten mit hoher Arbeitslosigkeit –wie z. B. im benachbarten Duisburg- bleibt diese integrationsfeindliche Gesetzgebung allerdings weiterhin in Kraft. Die Arbeitgeber in Krefeld können jetzt einfacher Praktika und Arbeitsplätze für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Info:

Das Ausländeramt verweist auf Terminvergabe per e-mail statt langer Wartezeiten!
Betreuer und Paten, die Flüchtlinge zum Ausländeramt begleiten, sollten bei Vorsprachen über das Portal der Stadt Krefeld rechtzeitig einen Termin vereinbaren. (Krefeld.de Dienstleistungen/Formulare von A-Z/ Ausländerwesen) Dies erspart allen Beteiligten meist lange Wartezeiten! Darauf weist der Leiter der Ausländerbehörde ausdrücklich hin!